© Christian Lue on Unsplash

1 Oktober 2020

Grenzen überwinden und Menschen verbinden

Die Veranstaltungswelt im Kontext von 30 Jahren deutscher Wiedervereinigung

An diesem 3. Oktober feiert Deutschland zum 30. Mal seine Wiedervereinigung. Vier Jahrzehnte nach der doppelten Staatsgründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik und 28 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer wurde die innerdeutsche Grenze im Herbst 1989 geöffnet. Dieses Ereignis und die weiteren Schritte, die schließlich offiziell im Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 kulminierten, zeigten, wie vermeintlich unumstößliche Grenzen doch überwunden werden können. In einer Zeit, da die Welt mit einer globalen Pandemie konfrontiert ist und neue Lösungen entwickeln muss, können wir daraus auch heute immer noch und immer wieder Vieles lernen. Das gilt insbesondere für Tagungen und Kongresse, die wesentliche Orte des Wissensaustausches und der internationalen Kommunikation sind und als solche immer wieder auch Grenzen überwinden.

Impuls für den Tagungs- und Kongressstandort

Nach dem Fall der Berliner Mauer und mit der Wiedervereinigung Deutschlands begann auch für den deutschen Tagungs- und Kongressmarkt ein neues Zeitalter. Als offenes und in Europa zentral gelegenes Land konnte sich Deutschland eine Top-Platzierung im europäischen Meetings-Sektor erarbeiten. Zwischen 1990 und 1999 fanden laut ICCA beispielsweise 1.992 Verbandskongresse auf deutschem Boden statt. Die Zahl der internationalen Kongressstandorte in Deutschland hat sich seit der deutschen Einheit mehr als verdoppelt (siehe Abb.).

Quelle: International Congress and Convention Association (ICCA)

Doch nicht nur die zentrale Lage auf dem Kontinent und die hervorragende Infrastruktur trugen seither zur Stärke des Tagungs- und Kongressstandortes bei, sondern auch die inhaltlichen Kompetenzen in wichtigen Sektoren von Wirtschaft und Wissenschaft. Diese regionalen Kompetenzfelder bilden eine Vielfalt, die sich nicht auf wenige Metropolregionen beschränkt, sondern flächendeckend ausgeprägt ist und auch in vielen kleineren Städten hoch spezialisierte, auf ihrem Gebiet führende Institutionen und Unternehmen aufweist. Die Relevanz von Branchenkompetenzen für den Veranstaltungsmarkt ist hoch: Heute geben laut Meeting- & Eventbarometer bereits über 83 Prozent der Veranstalter von Business Events an, Destinationen bzw. Veranstaltungsstätten passend zur jeweiligen Branche ihrer Kund*innen auszuwählen.

Neue Grenzen, neue Lösungen

Fast Forward ins Jahr 2020. Während mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ eine Vielzahl physischer und politischer Schranken endete und die Destination Deutschland damit eine Initialzündung zur Erschließung neuer Quellmärkte erhielt, steht die Veranstaltungswelt auch heute vor signifikanten Gestaltungsaufgaben bei der Überwindung von Grenzen. In einer globalisierten Welt, in der technologisch alles möglich scheint, demonstriert ein Virus derzeit leider sehr eindrucksvoll, wie schnell sicher geglaubte Dinge plötzlich unmöglich werden können. Gefragt sind daher viele kreative Lösungen, wie Menschen auch unter den Bedingungen einer globalen Pandemie zusammenkommen können. Dazu bedarf es eines optimalen Zusammenspiels aus technologischer Innovation und persönlicher, emotionaler Begegnung. Einen erfolgreichen Showcase für diesen doppelten Fokus schuf das GCB gemeinsam mit vielen zukunftsorientierten Partnern beim hybriden, räumlich-verteilten Kongress „BOCOM – Experience Borderless Communication“ am 3. September 2020. An vier Konferenzstandorten sowie im Livestream beteiligten sich Gäste und Speaker von allen Kontinenten an einer Reflektion der vergangenen Monate sowie einem konstruktiven Ausblick auf die Kommunikation und Kollaboration der Zukunft.

Denn eines hat sich auch 30 Jahre nach Ende der deutsch-deutschen Teilung nicht verändert: Menschen wollen sich persönlich begegnen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen und neue Verbindungen schaffen – und in jeder Generation gibt es kluge und engagierte Köpfe, die diese Herausforderungen annehmen.