Lokale Branchenkompetenz
29 Sep 2015

Branchenkompetenz als MICE-Treiber

Deutschland punktet mit fachlicher Expertise als internationaler Event-Vorreiter

Als Veranstaltungsdestination rangiert Deutschland seit Jahren auf den Spitzenplätzen internationaler Rankings. So belegt das beliebte Tagungsland in der aktuellen globalen Rangliste der International Congress and Convention Association (ICCA) bereits zum elften Mal in Folge Platz 1 in Europa und weltweit Platz 2. Neben hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis, dem vorteilhaften Hub-Status im Herzen Europas, gelebter Nachhaltigkeitsaspekte, zukunftsweisender Technik, Qualität und Kapazität der Veranstaltungsstätten sowie dem abwechslungsreichen Angebot der Regionen für Rahmenprogramme entscheiden sich Tagungs- und Kongressveranstalter zunehmend aufgrund der ausgeprägten Branchenkompetenz für Deutschland als Veranstaltungsort.

Regionales Kompetenzprofil

Finanzdienstleistungen in Frankfurt, Medizin in Nürnberg, Technologie im Rheinland, Automobilindustrie in Süddeutschland, Logistik in Hamburg, Umwelt und Energie in Berlin – einige Branchen haben sich in bestimmten Metropolen und Regionen angesiedelt und prägen so das regionale Kompetenzprofil. Dabei weisen die Metropolen und Ballungsregionen neben den Kernkompetenzen, mit denen man die Destinationen auf den ersten Blick assoziiert, bei näherer Betrachtung oft mehrere Kompetenzfelder auf. Andere Branchen, wie zum Beispiel die Landwirtschaft, sind deutschlandweit etabliert. Zudem gibt es im ganzen Land zahlreiche wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, Verbände und Institutionen, die ein breites Experten-Netzwerk stellen.

Deutschland bietet unter anderem für Veranstaltungen mit Themen aus dem Bereich Technologie und Innovation den idealen Rahmen: Mehr als 30 Prozent der großen internationalen Tagungen konnte 2014 diesem Kompetenzfeld zugerechnet werden. Über 20 Prozent der internationalen Verbandskongresse in Deutschland beleuchteten Themen aus dem Kompetenzfeld Medizin und Gesundheit. Von internationaler Bedeutung ist zudem die Expertise Deutschlands im Bereich Energie und Umwelt – fast 10 Prozent der Verbandskongresse entfielen auf diese Branche.

Inzwischen nutzen zahlreiche internationale Veranstaltungsorganisatoren die jeweiligen regionalen Branchenkompetenzen, um ihren Tagungsort nicht nur nach reinen Bedarfsfaktoren wie Erreichbarkeit, Tagungs- und Hotelkapazität etc. auszuwählen, sondern um vor allem den fachlichen Bezug in den Mittelpunkt zu stellen. Die regionale Vernetzung unternehmerischer Wirtschafts- und Innovationskraft, visionärem Zukunftsgeist aus Wissenschaft und Forschung, institutioneller Präsenz sowie Engagement von Pionieren, Entrepreneuren und Investoren ergibt einen wertvollen Kompetenz-Cocktail mit inhaltlichem Mehrwert für Tagungen, Kongresse und Events. So greifen Tagungsplaner mehr und mehr auf bislang wenig genutztes fachliches Potenzial am Veranstaltungsort zu, sei es durch Gastauftritte örtlicher Experten, Präsentationen ortsansässiger Unternehmen mit Fachbezug oder die Einbindung von Werksbesichtigungen und Besuchen von Forschungseinrichtungen in das Rahmenprogramm. Im Fokus stehen dabei stets der interaktive Wissenstransfer und der intensive Austausch mit Praxisbezug.

Branchenkompetenz perfekt in Szene gesetzt

Ein Paradebeispiel für gelungenen Kompetenztransfer zwischen Region und Veranstaltung liefert der Kongress „EST 2015 – Energy, Science and Technology – International Conference & Exhibition“, der vom 20. bis 22. Mai 2015 im Kongresszentrum Karlsruhe stattfand. Eines der wichtigsten und zukunftsträchtigen Cluster der Stadt ist die Energieforschung und Energiewirtschaft. So haben sich zum Kongress 600 Teilnehmer aus 35 Ländern zusammengefunden und über die Themen erneuerbare Energien, Energie-Effizienz und Systeme sowie Speicher und Netze konferiert. Der EST diente dabei als Plattform zur Präsentation neuester Forschungsergebnisse und Entwicklungen von Energiesystemen. Repräsentanten der Stadt und Experten aus der Region sowie Forscher und Ingenieure aus der ganzen Welt haben sich hier vernetzt und die wesentlichen aktuellen Herausforderungen in der Energieforschung diskutiert.Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK), freut sich über die positive Resonanz der Premierenveranstaltung: „Ideen verbinden – die Grundidee unseres Unternehmens hat auch entscheidend das Konzept des EST-Kongresses geprägt. Das Thema Energie wurde hier interdisziplinär betrachtet. Referiert haben sowohl Wissenschaftler und Forscher als auch Ingenieure und Unternehmer – ein gelungener Beitrag der KMK zum 300-jährigen Stadtgeburtstag von Karlsruhe. Wir haben die Stadt drei Tage lang zum Weltmittelpunkt der Energieforschung gemacht.“Auf dem Kongress-Programm standen über 180 Vorträge von Spitzenkräften aus Forschung und Wirtschaft, darunter auch namhafte Redner wie der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche, der in einem öffentlichen Vortrag vor 800 Zuhörern zum Thema „Neue Energie: Die zweite Erfindung des Automobils“ sprach. Zahlreiche Referenten aus Karlsruhe und Umgebung setzten die regionale Branchenkompetenz in punkto Energiewirtschaft wirkungsvoll in Szene.Die EST-Konferenz soll nach der erfolgreichen Premiere in einem zweijährigen Turnus durchgeführt werden. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.est-conference.com.Ein weiteres Beispiel für die gelungene Einbindung regionaler Branchenkompetenz in Deutschland ist der Kongress der „EAN 2015 – European Academy of Neurology“ mit rund 5.000 Teilnehmern im Juni 2015 in Berlin. Dabei hat die Hauptstadt eindrucksvoll demonstriert, dass auch im medizinischen Bereich hervorragende Expertise und Vernetzung zu einer gelungenen Fachveranstaltung beitragen. Hamburg ist auf den ersten Blick stark im Bereich Logistik, hat aber auch höchste Kompetenz in punkto Technologie und Innovation vorzuweisen. So begrüßt die Hansestadt im Herbst 2015 rund 1.200 Teilnehmer der „IEEE/RSJ International Conference on Intelligent Robots and Systems – IROS“ und wird die regionale Expertise einbinden.

Ideale Rahmenbedingungen

In Deutschland finden jährlich rund drei Millionen Veranstaltungen mit circa 360 Millionen Veranstaltungsgästen statt. Für Hotels und Tagungsstätten sowie flankierende Dienstleister der MICE-Wertschöpfungskette ist dies ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. So werden regelmäßig hohe Summen in die Standorte, die Infrastruktur, in Technik und Ausstattung, Sicherheit, Nachhaltigkeit und weitere Komponenten für ein perfektes Tagungs- und Kongress-Szenario investiert. Die idealen Rahmenbedingungen für den fachlichen Themenbezug sind am Standort Deutschland vor allem durch sechs Kompetenzfelder gegeben: 1. Transport, Logistik und Verkehr2. Medizin und Gesundheit3. Chemie und Pharma4. Energie und Umwelt5. Technologie und Innovation6. FinanzdienstleistungenDie Präsenz führender Experten aus diesen Bereichen bietet internationalen Veranstaltungsplanern eine einzigartige Kompetenz in Wirtschaft und Wissenschaft, auf die sie bei Veranstaltungen zurückgreifen können. So stehen internationalen Veranstaltungsteilnehmern in Deutschland zahlreiche Spezialisten als Key-Note-Speaker zur Verfügung. Aus dem Kompetenzkreis können zudem zusätzliche Teilnehmer, Unterstützer und Aussteller für ein Event gewonnen werden. Von dem daraus resultierenden Wissenstransfer, den wertvollen Impulsen und neuen Kontakten profitieren Gäste und Gastgeber gleichermaßen.

German Convention Bureau

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