Mit barrierefreien Events jeden Teilnehmer ansprechen

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Praktische Tipps für die Planung inklusiver Events

Kongresse und Tagungen sind Plattformen für den Austausch von ganz unterschiedlichen Menschen. Dieser Austausch ist aber nur möglich, wenn alle Interessierten auch tatsächlich teilnehmen können. An Kongressen teilzunehmen oder eine Messe zu besuchen, ist für Menschen mit körperlicher oder kognitiver Einschränkung ebenso wichtig wie für alle anderen. Inklusion umfasst dabei jedoch weit mehr als eine Rampe für Rollstuhlfahrer am Eingang und eine Behindertentoilette.

Inklusives Denken

Denn Inklusion beginnt bereits im Kopf: Inklusion bedeutet, dass alle dabei sein und mit Gewinn teilnehmen können, unabhängig von Geschlecht, Alter, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Bildung, kultureller und religiöser Zugehörigkeit. Als Unternehmen oder Veranstaltungsplaner muss ich sensibel für die Bedürfnisse aller Teilnehmer werden, auch für Menschen mit Mobilitäts- oder Sinneseinschränkungen. Oft sind es bereits kleine Dinge, die es Menschen ermöglichen, gemeinsam eine Veranstaltung zu besuchen.

Die Berücksichtigung von Bedürfnissen körperlich eingeschränkter Teilnehmer beginnt bereits im Planungsprozess mit der Wahl der Location: Können alle Besucher und Besucherinnen denselben Eingang nutzen? Habe ich eine barrierefreie Internetseite, damit sich auch sehbehinderte Menschen selbstständig über Kongress- und Tagungsangebote informieren können? Können Teilnehmer im Rollstuhl ohne Probleme das Catering genießen und an einem Tisch sitzen.

Tipps für die Planung inklusiver und barrierefreier Events

Wir haben zehn praktische Tipps zusammengestellt, was Sie alles bei der Planung von inklusiven Events berücksichtigen sollten:

  1. Informieren Sie die Teilnehmer über die Schritte, die Sie unternehmen, um Ihre Veranstaltung vor, während und nach der Veranstaltung barrierefreier zu gestalten. So wissen auch Personen mit Mobilitäts- oder Sinneseinschränkungen, dass es ihnen möglich ist, an ihrer Veranstaltung teilzunehmen.
  2. Achten Sie bei ihrer Website und ihren Einladungsschreiben auf Barrierefreiheit (weitere Infos und Tipps finden Sie hier)
  3. Klären Sie im Vorfeld, wie Besucher mit körperlicher Einschränkung ihre Veranstaltung barrierefrei erreichen können. Gegebenenfalls können Sie einen rollstuhlgängigen Shuttle-Service zum Veranstaltungsort einrichten, oder es wird ein Service zur Begleitung auf dem Weg vom Bahnhof oder der Bushaltestelle und zurück eingeplant. Stellen Sie eine Wegbeschreibung für die Anreise per Auto mit Hinweisen auf geeignete Parkmöglichkeiten und Behindertenparkplätze in Eingangsnähe zur Verfügung.
  4. Achten Sie darauf, dass sich jeder Teilnehmer auf der Veranstaltung weitgehend selbstständig orientieren, bewegen und informieren kann. Besonderes Augenmerk auf Treppen legen, die Zugangsprobleme verursachen können. Stellen Sie sicher, dass Registrierungsschalter erreichbar sind.
  5. Achten Sie bei der Möblierung des Cateringbereichs auf verschiedene Tischhöhen. Beachten sie außerdem, dass zwischen Tischen mit besetzten Stühlen mindestens 1,20 m Abstand eingehalten werden sollte.
  6. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung ist es wichtig, dass das Cateringpersonal die Speisenangebote am Buffet erläutern kann. Hierbei brauchen sehbehinderte Menschen mit einer Allergie oder Diabetes Hinweise auf Inhalts- und Zusatzstoffe. Speisekarten in Brailleschrift sind mit wenig Aufwand zu erstellen und sehr hilfreich.
  7. Stehen akustische und visuelle Hinweise auf wichtige Informationen vor Ort bereit? Stellen Sie beispielsweise sicher, dass Sicherheits- und Notfallinformationen von allen Besuchern empfangen und verstanden werden können.
  8. Reservieren Sie Plätze für Menschen mit Mobilitätsproblemen am Ende der Stuhlreihen, sodass sie problemlos mit ihrem Rollstuhl dem Vortragsprogramm folgen können.
  9. In ähnlicher Weise sollten Sie ein paar Plätze für Menschen mit Hör- oder Sehproblemen in der Nähe des Referenten reservieren, damit sie ihre anderen Sinne nutzen können, um die Informationen aufzunehmen.
  10. Bieten Sie nach einer Veranstaltung transkribierte Reden oder Videos an, um allen ihre Informationen zugänglich zu machen.

Im Video gibt Expertin Kerstin Hoffmann-Wagner nochmals ganz praktische Tipps, was es bei der Planung von inklusiven und barrierefreien Events alles zu beachten gilt.

Ausführliche Informationen mit weiteren Anregungen für die Planung und Umsetzung inklusiver und barrierefreier Veranstaltungen finden Sie in unserem Whitepaper „Inklusive Kongresse und Tagungen“.