Nachhaltig fit mit dem GCB 3

Willkommen bei unserer kostenfreien Learning-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit.

Nach dem erfolgreichen Start unserer ersten Learning-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit im April 2018 und der Weiterführung in 2019 laden wir Sie nun zu unserem dritten Teil von Nachhaltig fit ein.

Sie wollen keine Folge verpassen? Dann melden Sie sich bei Simone Pohl unter dem Stichwort "Nachhaltig fit" für den 14-tägigen Newsletter an!

Sie wollen noch mehr zum Thema Nachhaltigkeit erfahren? Dann melden Sie sich doch zu unseren #edubyGCB-Seminaren 2020 an!

Nachhaltigkeitsmanagement in der Veranstaltungsbranche – von der Herausforderung zur Geschäftschance

Workshop: Eine nachhaltige Veranstaltung strategisch planen und umsetzen

Learning Nugget 4: Tipps für nachhaltige Küchen und Veranstalter

Was Ess ich HEUTE Mittag?

Tipps für Nachhaltige Küchen, Veranstalter und solche, die es noch werden wollen...

Um es vorwegzunehmen: Es gibt nicht DIE geeignete Küche, die perfekt für die Umwelt und das Klima ist. Aber in manchen Ländern isst man traditionell nachhaltiger als oft bei uns. Die meisten dort sind ursprüngliche Küchen, aus denen man für seine persönliche Ernährung lernen kann. Gut essen bedeutet nicht, dass man seltsame Dinge zu sich nehmen, oder tief in die Tasche greifen muss. Von daher kann ich Ihnen auch keine Top 5 der nachhaltigsten Speisenvarianten im Ranking so aus dem „ff“ mitteilen, aber ein paar grundsätzliche Überlegungen, die Sie vielleicht in Ihre tägliche Mittagstisch-Auswahl oder auch bei Veranstaltungen in Ihre Menüvorschläge mit einbeziehen können….

Achtung, es folgt eine Lebensweisheit: Wenn etwas richtig billig ist, dann hat es irgendwo einen gewaltigen Haken. Gilt für alles und bei Lebensmitteln besonders. Beim Essen wird es allerdings schnell unappetitlich: Halbes Hähnchen für zwei Euro, Döner 1,99 – da kann etwas nicht stimmen. Sie wissen es, ich weiß es: Kampfpreise beim Fleisch korrelieren direkt mit Tierleid. Wenn Sie Fleisch essen möchten, achten Sie auf Bio-Qualität. Auch da werden die Tiere nicht totgestreichelt, aber ihr Leben und ihr Futter bis zum Tag der Schlachtung ist ein besseres – das kostet dann eben auch den Preis, den es verdient hat.

Wo wir grade von Bio sprechen: Auch Bio-Wein gibt Kater, das kann ich beschwören. Aber die Erzeugung von Bioprodukten ist auf jeden Fall besser und nachhaltiger. Die Kuh für die Biomilch frisst nichts Genmanipuliertes, das Huhn hat mehr Platz im Stall, der Apfel wird weniger mit Gift besprüht und der Acker bekommt weniger Dünger ab. Heraus kommt nicht automatisch immer ein Gesundheitselixir, aber ein qualitativ besseres und schonender produziertes Lebensmittel. Das dankt Ihnen nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Körper.

Fleisch ja oder nein?

Wieviel Fleisch darf also sein? Fleischkonsum ist eine Gewissensfrage für sich, die sich Verbraucher immer öfter stellen. Natürlich ist es daher am naheliegendsten, auf tierische Produkte wie Fleisch und Wurst zu verzichten. Aber alle zu Veganern umzugewöhnen ist auch nicht DIE Lösung, denn es kommt ja auch darauf an, woher die ganzen Produkte kommen, wie sie angebaut oder gehalten wurden und auch was Sie an Ressourcen benötigen, bis Sie endlich bei uns auf dem Teller sind.

Anja Lindner

Anja Lindner ist ausgebildete Hotelfachfrau & Betriebswirtin, Expertin für Bio Catering & Bio Hoteliere, unterwegs in Sachen nachhaltige Veranstaltungs-, Gastronomie- & Hotelkonzepte. Sie ist außerdem Geschäftsführung der W-E-G und LindenGut GmbH & Co. KG in Fulda/Dipperz, hier unterwegs mit Bio Catering bankett sinnreich, Morgensternhaus - nachhaltige Tagungslocation, Bio Gästehaus LindenGut und demeter Landwirtschaft sowie das Forschungsinstitut KWALIS und alles rund um Schulung und Workshops zum Thema Bio/Nachhaltigkeit & Führung.

 

 

In Indien steht "Non-Veg" an Restaurants, die Fleisch auf der Karte haben. Das finde ich beeindruckend, weil es zeigt: Fleisch essen ist etwas Besonderes, so wie einst der Sonntagsbraten. Wir können uns gerne auch auf der nächsten Veranstaltung wieder darüber streiten, ob der Mensch von Natur aus Fleischfresser sein muss oder eben nicht. Aber zwei-, dreimal am Tag? Steak und Currywurst und Pizza Salami? Gibt es nix zu streiten: Ungesund für Sie, verheerend für die Welt. Für Weiden und Futter werden in Lateinamerika riesige Wälder gerodet. Die weltweite Viehwirtschaft verursacht ein Fünftel der globalen Treibhausgas-Emissionen. Sag’n Sie nicht, dass Sie es nicht beeinflussen können? 

Wenn Sie gerne etwas tierisches Essen möchten...Essen Sie mehr Teile vom Tier. Also ganz nach der "Nose-to-tail"-Philosophie. Die folgt dem Prinzip alle Teile vom Tier zu essen. Also von der Schnauze bis zum Schwanz, um so nachhaltiger Fleisch zu konsumieren. Würden wir mehr z.B. vom Schwein essen, wären viele Probleme der Massentierhaltung einfacher zu lösen. Das macht eine einfache Rechnung deutlich: Ein Schwein nährt etwa 200 Menschen, wollen wir aber nur die Premiumteile wie Filet essen, braucht es mehrere Schweine.

Ähnlich geht es auch mit dem Fisch. Ich kenne niemanden, der nicht von sich sagen würde, das Meer zu lieben. Eine merkwürdige Liebe: Denn wenn es etwas wirklich, wirklich Trauriges gibt, dann ist es, wie wir das Meer behandeln. Was wir reinkippen, wieviel wir rausholen: Es ist hier wie da viel zu viel – sieht man zum Beispiel an unseren Beständen vieler Fischarten. Sie sind dabei, zusammenzubrechen, gerade auch solche wie der allseits beliebte Thunfisch. Merke: Sie zeigen nicht Ihre Liebe für das Meer, indem Sie Fisch essen. Eher das Gegenteil davon. Wenn es Fisch sein muss, achten Sie auf das MSC-Siegel oder schauen Sie in die WWF App. Das ist nicht perfekt, aber besser als ohne.

Der Tipp ist ein Klassiker, aus gutem Grund: es ist die einfachste und beste Möglichkeit, sich gesund, nachhaltig und frisch zu ernähren. Ich zum Beispiel liebe Erdbeeren. Die gibt es inzwischen das ganze Jahr über. Kommen dann im Februar eben aus Chile von der anderen Seite der Welt zu uns geflogen in ununterbrochener Kühlkette. Da hängt dann an jeder Erdbeere noch mal die gleiche Menge Kerosin dran. Und das Schlimmste: Importierte Wintererdbeeren sehen nur so aus wie Erdbeeren, schmecken aber nach Wasser mit kleinen Kernchen. Na gut: Ich warte also bis zur Erdbeerzeit. Ebenso geht es mir mit meinem Lieblingsgemüse…die Avocados derzeit hipper Superfood aus Südamerika, köstlich und nahrhaft aber doch  ein Klimaschädling. Sie benötigen Unmengen an Wasser um heranzuwachsen, es werden dafür Wälder abgebrannt, damit mehr Licht an die Pflanzen gelangt und nach Europa müssen Sie auch noch kommen. 

Sie wollen keine Brötchen vom Bäcker, die nur aus aufgewärmtem Fertigteig bestehen? Sie nervt in Plastik verpacktes Obst & Gemüse? Dann nutzen Sie die Macht Ihres Geldbeutels. Sie entscheiden mit Ihrer Kaufentscheidung, welche Seite der Lebensmittelindustrie Sie unterstützen und welche nicht. Gemäß dem Motto "Your dollar is your vote“ können Sie Großkonzernen und Umweltsündern auf diese Art den Saft abdrehen und stattdessen nachhaltige Firmen und Produzenten unterstützen. Der bessere Laden oder Markt ist ums Eck und das bessere Produkt liegt vielleicht nur einen Handgriff weiter links im Regal. Damit haben Sie es buchstäblich in der Hand.

Deswegen meine Empfehlung für Sie: Radikal regional, bio und saisonal einkaufen, Öfter mal vegetarisch essen, Weniger is(s)t manchmal Mee(h)r, Sie haben es in der Hand! Denn EIN WEG ist kein Weg!

Learning Nugget 3: Sustainable Meetings Berlin

Die Ergebnisse der aktuellen Meeting- & EventBarometer-Ausgabe für 2018/2019 sprechen eine deutliche Sprache: Knapp über 40 Prozent deutscher Veranstaltungstätten arbeiten inzwischen mit einem Sustainability Management System. 2011 lag dieser Anteil bei 27 Prozent – ein ordentliches Wachstum also und gleichzeitig noch Luft nach oben. Nachhaltigkeit im deutschen Tagungs- und Kongressmarkt nicht nur umzusetzen, sondern auch als eine Selbstverständlichkeit zu etablieren, ist dabei Sache aller Akteure. Das Berlin Convention Office (BCO) von visitBerlin geht diese Aufgabe mit der innovativen „Sustainable Meetings Berlin“ Initiative an – mit der Vision, Berlin zu einem der nachhaltigsten Veranstaltungorte weltweit zu machen.

Die Initiative wurde im Laufe der letzten eineinhalb Jahre in enger Zusammenarbeit mit Berliner Hotellerie-, Agentur-, Location-, Catering- und Technikpartnern entwickelt. Dieser Community-Gedanke sorgt dafür, dass das große Gegenwarts- und Zukunftsthema Nachhaltigkeit in Berlin so viel Dynamik hat. Was ursprünglich als Initiative einzelner Partner gemeinsam mit dem BCO startete, wird mittlerweile auch vom visitBerlin Convention Partner e. V. als Branchennetzwerk der Stadt gestützt, der Nachhaltigkeit ebenfalls in seine Vision integriert hat.

Mehr zur Initiative und dem Partnernetzwerk erfahren Sie im Video.

Learning Nugget 2: Initiative gegen Lebensmittelverschwendung von Maritim Hotels

Mit App und Waage gegen die Verschwendung: Die Maritim Hotels vermeiden systematisch Lebensmittelabfälle. Auf Nachhaltigkeit achtet die Hotelkette schon seit vielen Jahren

Körbe voller Croissants, schüsselweise Rührei und Obst: Alles für die Tonne, wenn das Frühstücksbuffet schließt. „Diese Verschwendung tut jedem Koch in der Seele weh“, sagt Lutz Niemann, Chefkoch der Hotelkette Maritim im Ostseebad Timmendorfer Strand. Und sie muss nicht sein - zeigt ein Projekt mit der Uni Stuttgart, das in vier Maritim-Hotels bereits seit einigen Jahren umgesetzt wird. Mithilfe einer Waage und maßgeschneiderter App, dem so genannten „Ressourcen-Manager“, werden Kennzahlen zu Lebensmittelrückläufen gesammelt, die anschließend auf Einkauf und Food Management der Hotelkette übertragen werden. So reduziert die Maritim Hotelgesellschaft systematisch Lebensmittelabfälle und optimiert den Einkauf nachhaltig.

Das nachhaltige Engagement der deutschen Hotelkette ist umfassend: Bereits seit 2009 wird die interne „ProUmwelt“-Initiative umgesetzt, dazu gehören neben der Reduzierung von Abfallmengen und nachhaltigen Einkaufsrichtlinien auch die Energieeinsparung durch Blockheizkraftwerke und Solar-Panels,  LED-Leuchten in sämtlichen Maritim Hotels u.v.m.. Kunden haben zudem die Möglichkeit, nachhaltig ausgerichtete Tagungen und Veranstaltung durchzuführen. Alle Veranstaltungen können auf Wunsch auch klimaneutral bzw.- CO2-frei ausgerichtet werden, ganz nach dem Motto „ Think green, Meet green. Be green.“

 „Zu gut für die Tonne“: Die Maritim Hotelgesellschaft wurde im Jahr 2016 für gleichnamigen Preis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nominiert.

Learning Nugget 1: Nachhaltigkeits-Quiz

Wie fit sind Sie in Punkto Nachhaltigkeit?

Erstellen Sie Ihre eigene Umfrage zu Nutzerfeedback. Erstellen Sie Ihre eigene Umfrage zu Nutzerfeedback.

Hier finden Sie die vorherigen Learning-Reihen von Nachhaltig fit.

Und jetzt?

Ihnen hat die Learning-Serie gefallen? Sie wollen noch mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahren? Dann melden Sie sich doch zu unseren Seminaren im März an!